FACHBEGRIFFE
 




S

Scham
Ein erlerntes, durch gesellschaftliche Normen vorgeschriebene Sanktionsmittel zur Bewältigung von „Fehlerhaftigkeit“.
Eine Haltung wie z.B. „Ich bin schwul und das ist gut so“ überwindet dieses Gefängnis der gesellschaftlichen Ausgrenzung und angewiesenen „Fehlerhaftigkeit“.

Schicksal
Ein in Vergessenheit geratenes Rätsel in der Lebensgestaltung. „Nichts ist unmöglich“ will schicksalhafte Entwicklungen (das Schicksal nimmt unaufhaltsam seinen Lauf) relativieren. Die Hybris der Menschen, ihr Schicksal nicht zu suchen und anzuerkennen, wird als Verlust des Paradieses beschrieben.

Schlaf-Apnoe-Syndrom
Minutenlange Atemaussetzer im Schlaf zerstören die Traumstruktur und führen zu Sauerstoffmangel im Schlaf. Sehr häufig wird das Schlaf-Apnoe-Syndrom nicht erkannt und nur die Folgen behandelt.


Schmerzkrankheit
Bei lang anhaltenden Schmerzen entwickelt sich fast regelmäßig eine Schmerzkrankheit, die mit einem erheblichen Einbruch an Lebensqualität einher geht. Neben Gereiztheit, der zunehmenden Hoffnungslosigkeit, den Mißstimmungen und der Ohnmacht spielt vor allem der Rückzug aus dem sozialen Leben eine wesentliche Rolle.
Anstatt mit Freunden zu feiern, müssen die Patienten schmerzvoll ihren Alltag in Arztpraxen durchstehen.
Dringend notwendige Bewegung kann nicht in den Alltag integriert werden. Statt dessen beherrschen Stagnation und Enttäuschung die meist ängstlich-niedergedrückte Stimmung.

Schwierigkeit
Verlangt nach Leichtigkeit und umgekehrt. Ein Leben ohne Leichtigkeit und Schwierigkeit ist monoton und wenig herausfordernd. Wachstum ist immer an die Auseinandersetzung mit Leichtigkeit und Schwierigkeit gebunden. „Aller Anfang ist schwer“, aber es lohnt sich, zu wachsen, aufzublühen und ein erfülltes Leben zu führen.


​Schuld
Ein kausaler Begriff, der eine Verursachung definiert. Schuldzuweisung vermittelt das Gefühl, einen Vorgang zu durchschauen und deshalb beherrschen zu können - auch wenn die Schuldzuweisung gegen die eigene Person gerichtet ist (Schuldgefühle).

Selbsterfahrung
dient dazu, mehr über sich selbst zu erfahren. Hierbei wird unter Verwendung von psychotherapeutischen Methoden besonderer Wert auf das Bewusstmachen sogenannter "Blinder Flecken" gelegt. Diese ermöglichen es mir, in der Phantasie leben zu können, auf immer gleichen Wegen neue Ziele zu erreichen.
In der psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Therapieausbildung ist die Selbsterfahrung ein unverzichtbarer Baustein.
Aber auch viele andere Berufsgruppen wissen um die Stärken der Selbsterfahrung, wie Schauspieler, Sänger, Manager, Sportler, Politiker, Maler, Lehrer und Hochschullehrer.

 

Sensibilität

Hoch-sensibel: fühlt alles, leidet mehr, ca. 8% d. Bevölkerung

Mittel-sensibel: ca. 85% d. Bevölkerung

Flach: tumber Tor, Trampel , ca. 7% d. Bevölkerung

Sozialmedizin
Teil der public health, die sich um Erforschung der Wechselwirkungen zwischen gesellschaftlichen (Arbeits-)-Strukturen und Bevölkerungsgesundheit bemüht und deren #Erkenntnisse in die Sozialgesetzgebung einfließen.

 

Sucht
Mittelhochdeutsches Wort für Siechen. Siechhäuser waren Krankenhäuser am Rande einer Stadt, in denen man dahinsiechte. In der Sucht sieche ich bei Fehlen des Suchtstoffes dahin (Liebeskummer). Seit 1968 ist die Alkoholerkrankung als Krankheit anerkannt.

Supervision
bedeutet "von oben drauf schauen".
"Wenn ich den Wald vor Bäumen nicht mehr sehe, sollte ich auf einen hohen Baum klettern und mir einen Überblick verschaffen."
Externe Supervisoren betrachten Geschehnisse mit mehr Abstand und so aus neuen Blickwinkeln.
In der Psychotherapie stellt die Supervision einen unverzichtbaren Baustein in Ausbildung und therapeutischem Alltag dar.

Synergismus
Zusammenwirken von Kräften in eine gemeinsame Richtung.