FACHBEGRIFFE
 

F

Fibromyalgiesyndrom

Freiheit

Freude

Fröhlichkeit

Frustration

Füreinander

G

Gefühl

Gegeneinander

Gewissheit

Grundversorgung

 

H

Heilkraft

Herzensweisheit

Hoffnung

Humor

Hypothese

 

I, J

Ist-Soll-Differenz

 

K

Kontrolle

 

L

Lust

Lösungsmodelle

 

M

Methoden

Modell

Mutabor

 

N

Nebeneinanderherleben

Netzwerk

 

O

Ohnmacht

 

P

Paradoxon

Pathogenese

Patienten-Dozenten-Akademie

Plastizität

Person

Privatsphäre

Probleme

Prozess

Psychoedukation

Psychosomatik

Psychotherapeut

public health

R

Rekonvaleszenz

Resilienz

Respekt

Risiko

Rückenschmerzen

A

Achtsamkeit
Inzwischen in aller Munde ist dieser Begriff zum Universalwerkzeug zur Lösung jeglicher Probleme geworden. Von case- und care-management bis mindfulness begegnet uns dieser Begriff an allen Orten.
Ursprünglich ist Bedeutung die Bereitschaft, unvoreingenommen das wahrzunehmen, was einem begegnet, es zu beschreiben und nicht zu bewerten.

Akzeptanz
bedeutet "annehmen, das, was ist, so, wie es ist."
Im Gegensatz zur Toleranz (lateinisch: aushalten, ertragen) erfordert die Akzeptanz eine innere Auseinandersetzung, an deren Ende ein "akzeptiert" steht. Wird die Auseinandersetzung nur halbherzig geführt, entsteht ein Gefühl der Unzufriedenheit - "Ja - aber ..."

Angststörung
Angst ist ein normales Gefühl, das in Situationen der Bedrohung auftritt.
Zur Angststörung wird es durch eine Fehleinschätzung von Situationen. So werden alltägliche, harmlose Situationen zu unüberwindlichen Hindernissen.
Die Angststörung ist eine der am häufigsten auftretenden Störungen in Deutschland und im Allgemeinen gut behandelbar.

Anpassungsstörung
Sie tritt im Zusammenhang mit belastenden Lebensumständen auf, über das Gefühl von Bedrängnis beeinträchtigt sie soziale Funktionen.


B


Balintgruppe
Ein vom ungarischen Psychoanalytiker Michael Balint entwickeltes Verfahren.
In der Balintgruppe werden nach einer festgelegten Vorgehensweise Probleme aus dem beruflichen Umfeld besprochen.
Ursprünglich wurden Balintgruppen mit Allgemeinärzten durchgeführt. Heute sind Balintgruppen ein fester Baustein in der Weiterbildung zur psychosomatischen Grundversorgung sowie in der psychoanalytischen und tiefenpsychologisch fundierten Psychotherapieausbildung.
Aber auch andere Berufsgruppen, wie Lehrer, Sozialarbeiter oder Manager nutzen zunehmend mehr die Möglichkeiten der Balint-Arbeit.

Biofeedback
Dieser Begriff lautet übersetzt: mein Körper gibt mir eine Rückmeldung.
Sicherlich haben Sie schon einmal in einem amerikanischen Spielfilm gesehen, wie ein Verdächtiger an einen Lügendetektor angeschlossen wird. Biofeedback basiert auf diesem Verfahren der Erfassung verschiedener Körperfunktionen in unterschiedlichen Belastungssituationen.
Über die Veränderung von Körperfunktionen im Zusammenhang mit Belastungssituationen können Rückschlüsse auf die körperliche Reaktionsfähigkeit gegeben werden. Nähere Informationen erhalten Sie auf der Biotrain Website unseres Netzwerkpartners Dr. Ulrich Pietrek.

Burn Out Syndrom
Dieser Begriff bedeutet übersetzt "Ausgebranntsein". Der Psychoanalytiker H. J. Freudenberger beschrieb aufgrund von Eigenbetrachtung dieses Erschöpfungssyndrom. Einer Studie der Bundestherapeutenkammer zufolge lag in 2008 der Anteil an Fehltagen durch Burnout mit 11% etwa doppelt so hoch wie 10 Jahre zuvor.
Das Burn Out Syndrom darf nicht mit einer Depression gleich gesetzt werden!
Die Veränderungen werden meist erst sehr spät vom Betroffenen, oft etwas früher vom Umfeld wahrgenommen.
Wie ein Baum innerlich ausbrennt und nach außen noch stark aussieht, kann beim Burn Out Syndrom der Patient in seinen Alltagssituationen noch funktionieren. Trotzdem benötigt er bereits dringend Hilfe zur Veränderung in seinem Leben. Erst beim Durchbrechen der glänzenden Hülle wird die innere Leere offensichtlich.
Besonders gefährdet sind leistungsfähige Entscheidungsträger, die sich keine Erfolgseinbrüche erlauben wollen.
Neben dem Burn Out Syndrom ("Selbstverbrenner") gibt es das Wear Out Syndrom ("Verschlissene"), das Rust Out Syndrom ("Eingerostete") und letztlich das Bore Out Syndrom ("Ausgelangweilte").

C

Care Management
eine aus den USA kommende Optimierungsmethode aus dem Gesundheitssystem.
Case- und Caremanagement-Ansätze haben sich in der Sozialgesetzgebung niedergeschlagen. Ein wesentlicher Baustein besteht in dem Aufbau von vernetzten Behandlungsstrukturen.

Casemanagement
hat nichts mit Käse zu tun, auch wenn es gleich gesprochen wird.
Eine gute Übersetzung ins Deutsche gibt es leider nicht. Gemeint ist eine standardisierte Vorgehensweise, um bei komplexen, über viele Lebensbereiche sich erstreckenden Problemfeldern zu Klienten bezogenen Lösungen zu kommen.

Coaching
Der Coach oder Trainer einer Fussballmannschaft wird Ihnen sicherlich bekannt sein. Seine Aufgabe besteht darin, Mittel und Wege zu finden, den Verein durch die Saison zu führen. casa acuta verfolgt in Zusammenarbeit mit Netzwerkparnter Business Dialog UG, vertreten durch den Arzt, Psychologen und Pädagogen Volker Tantow, eine besondere Form des Coachings. Hierbei stehen die persönlichen Fähigkeiten und Bedürfnisse des Klienten unter Einbeziehung seines sozialen Umfeldes ganz im Vordergrund.
Neben der Fähigkeit, erfolgreich im Geschäftsleben zu sein, werden auch Verliererstrategien besprochen und auf die Gefahren des Burn Out Syndroms hingewiesen. "Erfolg verführt zu mehr Erfolg und bedroht mit Misserfolg" ist eine wichtige Erkenntnis, die in unser "sanftes" Coaching mit einfließt.

Chronifizierung
Aus einem akuten Zustand ist ein Dauerzustand geworden.
Wenn Schmerzen über lange Zeit bestehen, verändern sie den Hirnstoffwechsel. Die Schmerzverarbeitung wandelt sich von einer Alarmfunktion in eine Angst machende "womit habe ich das verdient, dass mir ständig alles weh tut?"-Frage.

Chronifizierungsrisiko
Der Internationalen Gesellschaft für orthopädische Schmerztherapie (IGOST) ist es in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg gelungen, einen Kurzfragebogen - HKF-R10, bestehend aus 10 Fragen - zu entwickeln. Mit diesem Fragebogen kann das Chronifiziereungsrisiko bei Patienten mit akuten Schmerzereignissen vorhergesagt werden.
Bei sehr hohem Risiko ist eine vernetzte, individuelle, mit dem Patienten abgestimmte Vorgehensweise, notwendig, um vor langfristigen Symtombildungen zu schützen.


D

 

Datenschutz
In Zeiten einer immer rasanteren Vernetzung der gesamten Welt aufgrund der EDV Evolution (Industrie 4.0) trägt der Datenschutz dem Versuch Rechnung, diese Vernetzung zu regulieren. Gleichzeitig werden vom User sozialen Medien (Facebook, Twitter etc.) weltweit immer mehr Daten preisgegeben.


Depression
Phasen von schlechter Laune und Bedrücktsein gehören insbesondere im Zusammenhang von Verlusterlebnissen zum normalen Leben. Depressionen unterscheiden sich von diesen Phasen durch Intensität, Dauer, begleitende körperliche Symptome sowie Auswirkungen auf das normale Leben. Unterschieden werden leichte bis schwere Ausprägungen, mit und ohne psychotische Begleitsymptome.
Bereits leichte Depressionen unterscheiden sich von normalen Stimmungsschwankungen und sollten behandelt werden.

 

Dialog
Zwischen (Dia) den Wertewelten (Logos) sich konstruktiv austauschen aus dem Herzenswunsch, das Gegenüber in seinem Denken zu verstehen.

 

Diskussion
Miteinander reden durch Vortragen von Argumenten. Sokrates (*469 v.Chr.) verlangte von den Diskutanten genaues Zuhören. Diskutant 1 trägt These A solange vor bis Diskutant 2 die These verstanden hat (These). Dann kann Diskutant 2 die Antithese vortragen.



E

Ehre
Infolge der deutschen Geschichte im Dritten Reich ein problematischer Begriff. Ehre ist gefährdet durch Kränkung und fordert Genugtuung. Krankheit, die keine ausreichende Würdigung und Wertschätzung erfährt, kränkt und führt in tiefes Leid.

Ehrlichkeit
beinhaltet den Begriff der Ehre und geht einher mit Rollenkonflikten um sozialen Frieden. Es ehrt mich, dir zu sagen, was ich denke, setzt voraus, mit den Konsequenzen meiner Ehrlichkeit leben zu können. Es ehrt Dich, dass ich ehrlich zu dir sein kann.

Einsicht
ermöglicht, erzwingt aber nicht Konsequenz über einverstanden-sein. In einer von freiem Quellenzugang ausgezeichneten Informationsgesellschaft können wir sehr viel ansehen ohne Konsequenzen zu ziehen (Umweltschutz).

Erkenntnislust
Die tief in uns angelegte Fähigkeit, sich immer wieder staunend vom Leben überraschen zu lassen und das Wunderbare und das Wundersame der Lebendigkeit in unsere Denk-und Handlungswelten eindringen zu lassen.

Erlösung
Auflösung von Abhängigkeiten, die Menschen zu Sklaven machen (funktionieren müssen). Erlösung ist ein Prozess, der die Akzeptanz der Abhängigkeit als Quelle und Kraft zur Veränderung benötigt, um Wirkstärke zu entwickeln. Der Kuss (Gustav Klimt, Dornröschen) ist ein Symbol von inniglicher Begegnung, die in die Auflösung von Zeit und Raum führt.

Erneuerung
Der wichtigste Baustein der Natur. Renovabis (du wirst erneuert werden) ist nicht nur ein biblisches Versprechen, sondern biologische Realität. Auch ein 80-jähriger alter Mensch besteht aus frischen, jungen Zellen (150 Billionen Zellen, die sich ständig erneuern). Der Bauplan verändert auf wunderbare Weise unser Aussehen von der befruchteten Eizelle zum Greis.

Erwartungshaltung

Im altgriechischen Hypothese (Unterstellung). Die Erwartungshaltung beeinflußt unsere Wahrnehmung und erschwert eine Klassifizierung.

Essstörung
Damit ist nicht die Anhäufung der vielen "s" nach neuer Rechtschreibung gemeint.
Vielmehr stellen die Gruppe der Essstörungen (Anorexia nervosa - Magersucht, Bulimia nervosa - Brechsucht, Adipositas per magna - krankhafte Fettleibigkeit) schwerwiegende Erkrankungen dar.
In der Zeit der Pubertät beginnt besonders bei Mädchen die Magersucht als eine sehr schwerwiegende Erkrankung. 20% aller Patientinnen, die an einer Anorexia nervosa leiden, sterben. Die Anfänge dieser Krankheit bleiben oft über lange Zeit unerkannt.
Eine Essstörung bedarf sehr häufig stationärer Therapie.


F

Fibromyalgiesyndrom
Dieser Begriff beschreibt in drei Teilen die Symptome: Fibro steht für Sehne, Myo für Muskel und Algie für Schmerz. Die Übersetzung würde lauten: "Mir tut alles weh, die Muskeln, die Sehnen, einfach alles."
Über die Ursachen dieses Syndroms ist wenig Gesichertes bekannt. Die Behandlung ist vielschichtig und muss langfristig angelegt werden.

Freude
ist eine Reaktion auf Erlebnisse und gehört damit zu den Gefühlen. „Das freut mich“ ist die Bewertung einer Situation.

 

Freiheit
ist die Möglichkeit frei zu sein oder sich frei zu fühlen durch die Art der Beurteilung der Situation. Gedanken sind frei und keiner kann sie binden.

Fröhlichkeit
ist eine lernbare Fähigkeit, in den Irrungen und Wirrnissen des Alltages gut für sich zu sorgen. Der Kontakt zum „inneren Kind“ und dessen verspielter Fröhlichkeit  erleichtert uns immer Erwachsenenleben die Relativierung des Erlebten. Fröhliche Menschen leben gesünder!

Frustration
Vergebliches Bemühen ohne Zielerreichung benötigt Frustrationstoleranz gespeist aus der Gewissheit der Machbarkeit und Erreichbarkeit meiner Wünsche.


Füreinander
Daseins-Ausrichtung aus der Gewissheit des Gönnen Könnens, weil ich mich und dich lieb habe.

G


Gefühl
Augenblickliches, schnell vergängliches, meist durch bewusste, sehr häufig aber durch unbewusste Bewertungen ausgelöstes emotionales Empfinden wie z.B. Angst als Ausdruck einer zur Vorsicht ermahnenenden Einschätzung einer Situation.
Gefühlsschwankung
(Schwingungsfähigkeit) Fähigkeit eines Individuums in Kontakt zu treten mit seinem Umfeld.
1) Gefühlsstarr (Totstell-Reflex, Frozen)
2) Gute emotionale Schwingungsfähigkeit (Geländewagen)
3) Überschießend (Berg- und Talfahrt, black and white, himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt)

Gegeneinander
Eine Daseins-Ausrichtung, die geprägt ist vom ewigen Kampf um den Sieg im endlosen Krieg der Verlorenen.

Gewissheit
Axiomatische (nicht hinterfragbare), aus tiefster Überzeugung entstandene Klarheit. §1GG: Die Würde des Menschen ist unantastbar.

Zustand eines tiefen, unerklärlichen Einverstandenseins ohne alles verstehen oder wissen zu müssen.

Grundversorgung

Die Psychosomatische Grundversorgung (P.G.) stellt einen entscheidenden Meilenstein in einem erweiterten Medizinverständnis dar. Im Rahmen der P.G. fließen in die Medizinische Versorgung Erkenntnisse aus anderen Fachgebieten, der Medizin sowie aus den Sozialwissenschaften, ein. Im Pentagramm der Sigmaklinik Bad Säckingen (Prof. Burrer) wird dies besonders deutlich.


H

 

Heilkraft
Ein bisher nicht erklärbarer, messbarer und abrufbarer, aber immer wieder erfahrene, uns Hoffnung gebender Begriff. Die Heilkraft der Natur, vis vitalis, elau vital, Ki, Chi, Grünkraft, Orgon, Eros sind Begriffe, die in allen Sprachen der Welt eine Qualität haben, da alle Menschen um dieses Phänomen der Heilkraft wissen.

Herzensweisheit
Ein von Charlie Chaplin in seinem zu seinem 70. Geburtstag geschriebenen Text „Als ich mich selbst zu lieben begann“ geprägter Begriff, der das Zusammenspiel von Kopfhirn und Bauchhirn und die Verbindung zwischen Herzenskräften und Verstand beschreibt.

Hoffnung
Neben Glaube und Liebe eine der drei Säulen des erfüllenden Miteinander-(dabei) seins. Guter Hoffnung sein bedeutet schwanger sein. Die Hoffnung stirbt zuletzt. Jemand zum hoffnungslosen Fall zu erklären, ist ein ärztlicher Kunstfehler. Die Hoffnung will sich uns schenken wie eine Schwangerschaft, aber wir können dieses Geschenk ablehnen. Am Ende ist immer alles gut und wenn es nicht gut ist, dann ist es noch nicht zu Ende.

Humor
freudig, leichte Schwingungsfähigkeit aus der Fähigkeit, über assoziative Ketten zwischen den Zeilen Botschaften zu erkennen. Humor ist meist feinfühlig. Der derbe Scherz hat mit Humor nur wenig zu tun und basiert im Wesentlichen aus Schadenfreude.

 

Hypothese
Unterstellung, die zu Klarifikation zu verifizieren (ja stimmt) oder zu falsifizieren (nein, stimmt nicht) ist. Im Paradox und im Dilemma lässt sich oft keine Klarifizierung durchführen. (Natur des Lichtes, Photon, Welle, Teilchen).


I

 

Ist-Soll-Differenz
Aus der Betriebswirtschaft kommender Begriff, der Messbarkeit von Ist und Soll und damit Berechenbarkeit voraussetzt. Verhalten ist schwer messbar.

J


K

 

Kontrolle
Vergleicht das, was ist mit dem wie es sein sollte.


L

Lösungsmodelle
Jürg Willi beschreibt in seinem Buch "Die Zweierbeziehung" Spannungsursachen, Störungsmuster, Klärungsprozesse und Lösungsmodelle. Seine Beschäftigung mit der Analyse des unbewussten Zusammenspiels in Partnerwahl und Paarkonflikt führt über in das sogenannte Kollusionskonzept (von "Zusammenspiel").
Seinem Ansatz folgend zielt eine Therapie auf das Einspielen eines freien und flexiblen Gleichgewichts. So können die Kollusionsthemen zu einer beiderseitigen Bereicherung werden:

·  durch die Bestätigung des Partner als eine abgegrenzte individuelle Persönlichkeit

·  durch ein gegenseitiges Geben und Nehmen

·  durch Solidarität ohne Zwang·  durch gegenseitige Ergänzung in der Geschlechteridentität.
Das Konzept von Jürg Willi ist psychoanalytisch fundiert, sieht aber auch Kommunikationsübung und Partnerschaftstraining bis hin zu konkreten verhaltenstherapeutischen Übungsprogrammen vor.

 

Lust
Eine Form einer aktiven Handlungsqualität, die mit Freude, Lächeln (lustig), Leichtigkeit und Sinnlichkeit (mit allen Sinnen spüren) das Schwere leicht macht und uns durch alle Mühsal des Alltags tragen kann. Lustvolle Menschen leben leichter und intensiver - auch in schwierigen Zeiten.